Mobilität ist die Zukunft

09/11/2017Lesezeit 4 Minuten

Man muss kein Prophet sein, um die Schlüsselrolle der mobilen Kommunikation zu erkennen. Doch sogar Branchenexperten staunen nicht selten über ihre Tragweite. Die Vorteile dieser fundamentalen Präsenz haben den privaten Benutzer längst erreicht. Doch das wahre Potenzial einer gut integrierten Mobilität zeigt sich erst in der geschäftlichen Kommunikation. Juniper Research hat kürzlich seine 2017–2021 Mobile Forecast veröffentlicht, in der gemäß IT World Canada ein Anstieg des mobilen Datenstreamings auf 774.000 Petabyte (was 81 Milliarden Stunden 4K-Videostreaming entspricht) erwartet wird. Mehr als 318.000 Petabyte davon werden über Mobilfunknetze anstelle von WLAN-Verbindungen übertragen werden.

Steigende Datennutzung

So beeindruckend diese Zahlen auch sind, das ist längst nicht alles. Derzeit liegt die durchschnittliche Mobilfunkdatennutzung laut Juniper bei 2 GB pro Monat. Bis 2021 wird ein Anstieg auf 5 GB pro Monat prognostiziert. Auch bei Tablets wird sich die Nutzung von 1,5 GB auf über 3,3 GB pro Monat mehr als verdoppeln. Die Mobilfunkdatennutzung steigt schneller als je zuvor und Schätzungen von Cisco-Analysten zufolge, die von IT World Canada veröffentlicht wurden, könnte dieses Wachstum sogar noch größer als von Juniper prognostiziert ausfallen.

Zahlen dieser Größenordnungen sind darauf zurückzuführen, dass der Mobilverkehr ein integraler Bestandteil des Büroalltags geworden ist. Sich von unterwegs in eine Videokonferenz einwählen oder über wichtige Geschehnisse auf dem Laufenden bleiben – moderne Angestellte brauchen fast immer das Internet. Der handyfreie Arbeitsplatz ist schlichtweg nicht mehr vorstellbar. Im modernen Büro muss Netzwerk-Hardware robust genug sein, um das gesamte Datenvolumen schnell und sicher zu bewältigen.

Es gibt viele gute Gründe, sich diesem Trend zu hinzugeben: Vernetzte Mitarbeiter sind laut einer Umfrage von TINYpulse deutlich produktiver und fühlen sich gleichzeitig freier (und handlungsfähiger) im Unternehmen. Reisekosten können auf ein Minimum reduziert werden, und Sie können die talentiertesten Bewerber für Ihr Team gewinnen, weil ein Umzug nicht mehr Voraussetzung ist. Im Büro selbst tun sich sogar noch größere Vorteile auf. Die Nutzung einer sicheren Dateiablage verbannt lange Übertragungszeiten großer Dateien und sichere interne Chatclients ermöglichen Ad-hoc-Mitarbeitergruppen die Realisierung erstaunlicher Ergebnisse.

Ein unerlässliches Geschäftselement

Der Vormarsch des Mobile Computing ist nicht etwas, dem sich IT-Sicherheitsmanager einfach entziehen können. Der einzig vernünftige Weg für Unternehmer ist, sich der mobilen Expansion anzunehmen, um größtmöglichen Nutzen daraus zu schlagen und dessen Nachteile weitestgehend auszugleichen. Ein potenzieller Nachteil einer verstärkten Mobilität im Büro sind die Sicherheitsrisiken für Ihr Netzwerk durch Mobilgeräte.

Ein Mitarbeiter kann jeder Art von Attacke zum Opfer fallen – von umfassenden Zero-Day-Exploits bis hin zu gezielten Spear-Phishing-Angriffen. Jedes Mal, wenn eine Person (egal ob ein Kunde oder ein Mitarbeiter) eine WLAN-Zone betritt, kann er zu einem potenziellen Träger einer digitalen Krankheit werden. Nicht nur, dass Ihre Mitarbeiter wissentlich (oder, was noch wahrscheinlicher ist, unwissentlich) Mobile-Computing-Spione sein könnten, vielmehr können ihre Kommunikationen in zunehmendem Maße abgefangen werden. Sich Zugriff auf die internen Betriebsbesprechungen zu verschaffen, die in geschlossenen Räumen stattfinden, ist kein leichtes Unterfangen. Doch wenn sie sich über verschiedene Kontinente hinweg abspielen, bei denen jeder Satz in einem Gespräch womöglich mehrere Tausend Kilometer vom Sender zum Empfänger zurücklegt, dann vervielfacht sich die Gefahr eines Abhörangriffs exponentiell.

Mobilität im Büro

Es ist daher wichtiger denn je, strenge Sicherheitsprotokolle zu befolgen. Alle vertraulichen Informationen sollten verschlüsselt werden, und die Mitarbeiter sollten Schulungen zu bewährten Verfahren absolvieren, um diese Schutzvorkehrungen nicht zu unterminieren. Mit einer starken Firewall ist es nicht getan: Sie muss vom IT-Sicherheitspersonal aktiv verwaltet und der Fernzugriff muss aufmerksam verfolgt werden.

Es ist nicht einfach, sicher von den Vorteilen der Mobilität im Büro zu profitieren. Doch mit soliden IT-Sicherheitsverfahren ist es machbar. Denken Sie daran, dass die IT-Sicherheit sich genauso auf Hardwareschutz wie auf Software konzentrieren muss. Es ist unerlässlich, dass physische Geräte wie USB-Sticks nicht in die Nähe sensibler Hardware gelangen und dass die Einstellungen von Routern und anderer mobiler Zugriffspunkte jederzeit aktiv überwacht werden.

Eine der größten Sicherheitsherausforderungen ist, das Abfangen von Daten zu vermeiden, was in der Regel bedeutet, dass möglichst alle das WLAN und kaum das Mobilfunknetz verwenden. Letzten Endes haben Sie keine Kontrolle darüber, welche WLAN-Zugriffspunkte Ihre externen Mitarbeiter in aller Welt verwenden, doch das Büro selbst kann mithilfe eines soliden Netzwerks und bewährter Verfahren sicher bleiben.

All diese potenziellen Vorteile und bewährten Verfahren verpuffen allerdings, wenn die Mitarbeiter nicht mitspielen. Genauso wie erhöhte Mobilität im Büro die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern kann, kann sie ebenso eine Ablenkung von wichtigen Aufgaben sein. Schaffen Sie ein Gleichgewicht zwischen privater Nutzung, Produktivität und Netzwerksicherheit. Die Erhaltung eines solchen Gleichgewichts kann für jedes Unternehmen zu einem Drahtseilakt werden, doch solange sich das Mobile Computing weiter auf dem Vormarsch befindet und unser Zeitalter und unser Denken dominiert, führt daran kein Weg vorbei.

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