Der Krieg gegen Plastik und die Bedeutung der Unternehmensverantwortung

19/06/2018Lesezeit 4 Minuten

Im Jahr 2018 wird die Verwendung von Kunststoffen und deren Auswirkungen auf die Umwelt ein wichtiges Thema. Wir produzieren jährlich fast 300 Millionen Tonnen Kunststoff. Davon entfällt allein die Hälfte auf den einmaligen Gebrauch. Eine Plastiktüte, von denen jährlich weltweit 500 Milliarden Stück hergestellt werden, hat eine durchschnittliche „Lebensdauer“ von nur 15 Minuten. Plastikartikel sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, stellen sie doch eine erschwingliche und überaus anpassbare Ressource dar. Doch ihre langfristigen Auswirkungen auf die Umwelt sind ein zunehmendes Problem. Besorgniserregend ist, dass pro Jahr inzwischen acht Millionen Tonnen Plastik im Meer entsorgt werden.

Dies wurde zuletzt dramatisch durch einen Vorfall unterstrichen, bei dem ein Pottwal an der spanischen Küste angeschwemmt wurde, in dessen Magen 30 kg Plastikmüll gefunden wurden. Nach dem Tod des Meeressäugers veranlassten die Behörden in Murcia eine oberflächliche Reinigung des Strandes. Doch nötig ist ein proaktiver Ansatz, um einen nachhaltigen Wandel in der Umweltsituation herbeizuführen. Glücklicherweise unternimmt die Europäische Union dieses Jahr erneut Anstrengungen, um das Problem der Nachhaltigkeit anzugehen. Im Januar hat die EU Pläne für einen „Krieg gegen Plastik“ angekündigt. Ziel ist es, dass jedes Stück Plastik in Europa ab 2030 wiederverwendbar oder recycelbar ist. Dieser Ansatz konzentriert sich auf Produkte wie Strohhalme, Takeaway-Verpackungen, Kaffeebecher und nicht abbaubare Flaschen. Um den Verbrauch zu senken, stehen auch Steuern auf Einwegplastik zur Debatte.

Zudem ist auch das Vereinigte Königreich entschlossen, auf Kunststoffe zu verzichten. Und das ungeachtet des bevorstehenden Austritts aus der EU. Im Januar hat Premierministerin Theresa May einen auf 25 Jahre ausgelegten Umweltplan vorgestellt, der den Verzicht auf vermeidbaren Plastikmüll bis Ende 2042 zum Ziel hat. Offensichtlich ist es an der Zeit, jetzt zu handeln und den Worten Taten folgen zu lassen.

Frans Timmermans, Vizepräsident der Europäischen Kommission, hat angegeben, dass die höchste Priorität in Brüssel sich auf solche Plastikartikel bezieht, deren Herstellungszeit lediglich fünf Minuten beträgt, deren Abbauzeit aber 500 Jahre dauert. „Wenn wir daran nichts ändern, werden wir in 50 Jahren mehr Kunststoffe als Fische im Meer haben“, sagte er. „Wir alle haben die Bilder gesehen. Man muss sich nur Unser blauer Planet oder die Strände Asiens nach Stürmen anschauen.“ Timmermans fügte hinzu, dass Aufklärung über die Folgen von Plastik in den Vordergrund gerückt werden müssen. Er verwies auf seine Kinder als zukünftige Konsumenten, die leicht den Unterschied zwischen nicht recycelbaren Strohhalmen aus Plastik und solchen aus Papier verstehen.

In manchen Fällen ist dringendere Hilfe geboten, um der Umweltverschmutzung Einhalt zu gebieten. In Haiti zum Beispiel gab es bereits vor dem vernichtenden Erdbeben im Jahr 2010 keinerlei Infrastruktur zur Abfallentsorgung. Heute sind die Abfallprobleme des Landes gravierender als jemals zuvor. Plastik wird grundsätzlich verbrannt, was einen unangenehmen Geruch und gefährliche Toxine in die Luft freisetzt. Zudem werden Abfälle auf der Straße entsorgt, die bei jedem Niederschlag an den Strand und weiter ins Meer gespült werden. Haitis Plastikproblem beschränkt sich aber nicht allein auf die Umwelt: Es verursacht Gesundheitsprobleme und führt zu einem Mangel an ausländischen Investitionen. Zudem wird der Anblick verschmutzter Straßen kaum zu einem Boom im Tourismus des Landes beitragen.

HP Haiti video

Selbstverständlich können weder Regierungen noch Einzelpersonen im Alleingang große Fortschritte erreichen. Es bedarf der Anstrengungen von Unternehmen, insbesondere von Großunternehmen, um einen sozialen und ökologischen Wandel herbeizuführen. In Zusammenarbeit mit Thread und der First Mile Coalition ist HP ein solche Firma, die die soziale Verantwortung von Unternehmen übernimmt. Im Juni 2017 hat das Technologieunternehmen die Einführung von Original HP Druckerpatronen angekündigt, die aus in Haiti recyceltem Plastik hergestellt werden. HP kauft in Haiti gesammeltes recyceltes Plastik und bietet den lokalen Anwohnern so ein Einkommen und schafft zugleich nachhaltige Druckerpatronen. Haiti wurde damit zu einem wichtigen Ausgangspunkt in der Lieferkette. Zugleich wird damit verhindert, dass Plastik in das Karibische Meer gelangt.

„Seit Jahrzehnten engagiert sich HP in der verantwortungsbewussten Verwendung von Rohstoffen und der respektvollen Behandlung aller Mitarbeiter“, sagte Stuart Pann, HPs Chief Supply Chain Officer. „Unsere Arbeit in Haiti ermöglicht es uns, die gefährdeten Sammler in Haiti zu erreichen und ihr Plastik in unsere Lieferkette einzubinden. Dies bietet ihnen und ihren Familien wirtschaftliche Chancen und eine verbesserte Lebensqualität.“

Rosette Altidor, Inhaberin eines haitianischen Sammelzentrums, erklärte, dass diese Initiative ihr ein Einkommen zur Unterstützung ihrer Familie ermöglicht. „Die Arbeit von Thread und HP hilft mir, meinen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen und meine Unterkunft zu bezahlen“, sagte sie. „Das motiviert mich dazu, andere zum Sammeln von Plastik zu motivieren. In Haiti profitiert jeder von den Aufräumarbeiten.“

HPs Engagement für Haiti wird vom Planet Partners-Programm abgerundet, einer Maßnahme, die es Kunden ermöglicht, HP Tintenpatronen, HP LaserJet Tonerkartuschen und Samsung Tonerkartuschen zurückzugeben und zu recyceln. Der Krieg gegen das Plastik ist zweifelsohne eine langwierige und mit harten Bandagen zu führende Kampagne, doch wenn mehr Unternehmen dem HP- Beispiel folgen, ist Hoffnung in Sicht.

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