Nachhaltigkeitstrends, die die Geschäftswelt transformieren

24/08/2018Lesezeit 7 Minuten

Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit und neuen Technologien ist gut fürs Geschäft – und für unseren Planeten.

Es ist zwar verlockend, Nachhaltigkeit als ein weiteres Schlagwort abzutun, aber in diesem Fall steckt mehr dahinter. Nachhaltigkeit bietet Unternehmen – wie uns allen – die Chance, sich neu zu auszurichten, damit wir uns heute weiter entwickeln können, ohne dass wir das Laben zukünftiger Generationen gefährden. Das ist nicht bloß eine gutes Konzept, sondern eine Notwendigkeit. Die Weltbevölkerung wächst; wir verbrauchen lebenswichtige und unwiederbringliche Ressourcen und unserer Industrie stößt immer noch Gase aus, die zum Klimawandel beitragen. Wir müssen langfristig denken.

Nachhaltigere Ansätze können sich aber auch positiv aufs Geschäft auswirken. Energieeffiziente Verfahren, bei denen weniger CO2 ausgestoßen wird, sind oft auch kosteneffizient. Nachhaltiges Handeln kann Unternehmen dabei helfen, auf die Bedenken ihrer Kunden einzugehen. Einige Branchen müssen bereits entsprechende Auflagen erfüllen, um Staaten bei der Erreichung ihrer Klimaschutzziele zu unterstützen. Angesichts der Tatsache, dass die folgenden sieben Schlüsselfaktoren die Wirtschaft bis 2020 und darüber hinaus beeinflussen werden, sollte Nachhaltigkeit für alle Unternehmen Priorität haben.

1. Das Streben nach nachhaltigeren Geschäftsmodellen

Die althergebrachten Geschäftsmodelle rund um den Verkauf von Produkten und Verbrauchsmaterialien sind möglicherweise nicht mehr die beste Lösung. Statt eines herkömmlichen „Wegwerf“-Produktzyklus setzen die Hersteller auf Kreislaufwirtschaften, bei denen die Produkte über den gesamten Lebenszyklus – von der Lieferkette bis zum Ende des Lebenszyklus – betrachtet werden. Sie schließen dann den Kreis, sodass Recycling, Wertstoffe und erneuerbare Energien eine größere Rolle in der Produktion und Lieferkette spielen. So sind beispielsweise fünf Prozent der Kunststoffe in den HP PageWide Druckern aus recycelten Altstoffe hergestellt. Mehr als 80 Prozent der HP-Tintenpatronen enthalten zu 45 bis 75 Prozent recycelte Materialien.

Die Umstellung auf ein As-a-Service-Geschäftsmodell fördert ebenfalls die Nachhaltigkeit, sowohl für Hersteller als auch für Händler und Verbraucher. Die Hersteller haben klare Vorteile in Bezug auf langfristiges Wachstum und wiederkehrende Umsätze. Handel und Verbraucher haben Vorteile in Bezug auf die Verringerung von Vorabinvestitionen und einer verbesserten Skalierbarkeit. Und weil As-a-Service-Lösungen eine langfristige, lebenszyklusorientierte Sichtweise vorsehen, ist es für alle Beteiligten einfacher, sich mit dem Thema Abfall und Recycling auseinanderzusetzen. So werden etwa 47 Prozent aller HP Office-Druckprodukte, die im Rahmen eines Managed Print Services-Vertrags zum Einsatz kommen, aufgearbeitet und weitervermarktet.

2. Kunststoffe auf dem Prüfstand

Die Ausstrahlung von Blue Planet II im Herbst 2017 hat viele Menschen wachgerüttelt und verdeutlicht, wie viel Plastikmüll in den Weltmeeren schwimmt und wie schädlich dieser Abfall sein kann.

Die EU strebt außerdem an, bis 2030 55 Prozent aller Kunststoffe zu recyceln. Derzeit werden nur 30 Prozent der in Europa anfallenden 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle zur Wiederverwertung gesammelt. Unternehmen jeder Größe und Branche müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie Kunststoffe nutzen und entsorgen können, auch wenn das lediglich bedeutet, dass die Mengen an Kunststoffverpackungen reduziert oder alle verwendeten Kunststoffe, sofern möglich, verantwortungsvoll recycelt werden.

Unternehmen können sich hierzu engagieren. Im Jahr 2016 stellte HP mehr als 3,4 Milliarden Tintenpatronen und Tonerkartuschen unter Verwendung von über 88.900 Tonnen recycelten Materials her, darunter 3,7 Milliarden Plastikflaschen. Und indem HP Flaschensammler auf Haiti in die Lieferkette eingebunden hat, hat das Unternehmen wirtschaftliche Möglichkeiten für die Menschen dort geschaffen und die Lebensqualität ihrer Familien verbessert.

3. Neuer Fokus auf Wasser

Die Diskussion um Nachhaltigkeit konzentriert sich zwar größtenteils auf den Energieverbrauch und die Gasemissionen, aber inzwischen wird auch zunehmend auf den Wasserverbrauch von Unternehmen geachtet. In der Fertigung, insbesondere in der Elektronik, in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, im Bergbau sowie in der Zellstoff- und Papierindustrie werden große Mengen Wasser verbraucht. Es wird zum Kühlen, Verarbeiten, Desinfizieren, Bewässern und Reinigen verwendet. Ganz zu schweigen von Prozessen, bei denen Dampf oder Heizkessel zum Einsatz kommen. Analysen von McKinsey zeigen, dass bis 2030 die Nachfrage nach Wasser das Angebot um 40 Prozent übersteigen könnte. Doch auch wenn die meisten Europäer nicht von diesem Problem betroffen sind, lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in wasserarmen Gebieten. Wenn sich Unternehmen mit internationalen Fertigungssystemen oder Lieferketten bislang noch keine Gedanken über Wasser gemacht haben, sollten sie langsam damit anfangen.

4. 3D-Druck – eine neue industrielle Revolution

Technologie wird allzu oft als Feind der Nachhaltigkeit angesehen, obwohl sie auch zu entsprechenden Lösungen beitragen kann. 3D-Druck, oder die additive Fertigung, bei der Großdrucker 3D-Objekte Schicht für Schicht „drucken“, hat das Potenzial, Produktions- und Lieferketten zu transformieren, indem sie es Herstellern ermöglicht, Waren in kleineren Chargen oder sogar auf Anfrage in energieeffizienten Mikroanlagen zu produzieren, die sich näher am Standort ihrer Kunden befinden. Es gibt klare Effizienzvorteile für Unternehmen in Hinblick auf die Verringerung von Versandkosten, Abfall und Lagerfläche, da Unternehmen in der Lage sind, virtuelle Bestände zu führen und zu produzieren, wann und wo ihre Produkte benötigt werden. Auch bei der Eindämmung von Materialverbrauch und Emissionen durch den Vertrieb eröffnen sich mit der Nachhaltigkeit eindeutige Vorteile. Laut einer Studie des Energy Policy Journal könnte der kombinierte Einsatz von 3D-Druck und lokalen Lieferketten die globalen CO2-Emissionen bis 2025 um 535,5 Millionen Tonnen reduzieren. HP gehört mit seiner Multi Jet Fusion-Technologie zu den wichtigsten Anbietern in diesem Bereich.

 

5. Die Auswirkungen von Machine Learning und KI


Machine Learning (ML), Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung werden sich in den nächsten zehn Jahren auf jedes Unternehmen auswirken. Unternehmen sollten daher genau überlegen, wie sie den Nutzen dieser Technologien ohne größere soziale Folgen maximieren können. Allerdings könnten genau diese Technologien auch im Dienste der Nachhaltigkeit eingesetzt werden. In Deutschland hat die Solactive AG gemeinsam mit der Deutschen Bank einen maschinensprachengestützten Nachhaltigkeitsindex entwickelt, der die Leistung von umwelt- und sozialverantwortlichen Unternehmen in Europa erfasst und Unternehmen, die der Nachhaltigkeit Priorität einräumen, dabei unterstützt, fundiertere Entscheidungen zu treffen. In anderen Bereichen, darunter die Flottenlogistik und Fertigung sowie Service und Support, könnten KI und ML den Unternehmen dabei helfen, nachhaltiger und kostengünstiger zu arbeiten oder ihren Bürobetrieb sogar – mithilfe integrierter Sensoren – dynamischer und energieeffizienter zu gestalten. Durch Analysen oder Vorhersagemodelle können auch Branchen wie die Landwirtschaft davon profitieren. Praxisbeispiele hierfür wären etwa die bessere Diagnose von Pflanzenkrankheiten oder der gezieltere Einsatz von Pestiziden.

6. Telepräsenz durch virtuelle und erweiterte Realität

Zwar lässt sich nicht auf Anhieb ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Virtual Reality (VR) beziehungsweise Augmented Reality (AR) erkennen, dennoch haben diese Technologien ein enormes Potenzial, Unternehmen bei der Reduzierung ihrer durch Geschäftsreisen verursachten CO2-Emissionen zu unterstützen. Das Geheimnis ist Telepräsenz. Das bedeutet, sich durch VR und AR praktisch in einer entfernten Umgebung physisch anwesend zu fühlen. So können Mitarbeiter beispielsweise an Besprechungen, Schulungen oder gemeinsamen Projekten teilnehmen, ohne jeweils am selben Ort zu sein zu müssen. VR und AR eröffnen enorme Geschäftschancen für innovative Unternehmen und ermöglichen es anderen Unternehmen, Zeit und Geld zu sparen und somit auf ihre ganz eigene Weise zum Umweltschutz beizutragen.

7. Blockchain- und Lieferkettentransparenz

Blockchain ist vielleicht am besten bekannt als die Technologie, die hinter Bitcoin steckt, aber diese Technologie könnte auch die Art und Weise verändern, wie Unternehmen ihre globalen Lieferketten verwalten und prüfen. So können Unternehmen beobachten, wie Waren oder Materialien transportiert werden und wo sie sich befinden, und jede Transaktion verfolgen, während ihre Waren oder Materialien die Lieferkette durchlaufen. Sobald eine Blockchain-gestützte Distributed-Ledger-Technologie Lieferanten, Hersteller und Zwischenhändler miteinander verbindet, eröffnen sich Spielräume, um Routen und Prozesse zu optimieren und damit CO2-Emissionen, Abfallmengen und Umweltbelastungen insgesamt zu reduzieren. Blockchain sorgt zudem für mehr Transparenz, sodass jeder nachvollziehen kann, was woher stammt und ob sich die Beteiligten auch Praktiken für nachhaltiges Wirtschaften zu Eigen gemacht haben. Während das energieintensive Bitcoin-Mining nicht unbedingt zur Nachhaltigkeit beiträgt, könnte mit dem Blockchain-Ansatz das Gleichgewicht wiederhergestellt werden.

Nicht alle diese Trends werden für jedes Unternehmen relevant sein, aber sie können Ihnen neue Anregungen für Maßnahmen bieten, die Ihr Unternehmen zur Förderung der Nachhaltigkeit ergreifen kann, etwa indem Sie einfach nur überlegen, wie Sie Abfallmengen reduzieren oder innovative Technologien zur Effizienzsteigerung einsetzen können. Oder indem Sie die Produkte und Dienstleistungen genauer in Augenschein nehmen, die Ihr Unternehmen erwirbt, und sich fragen, woher diese stammen. Mit dem richtigen Ansatz geht es bei Nachhaltigkeit nicht um lästige Regeln und Vorschriften, sondern um den Blick in die Zukunft, sowohl für Ihr Unternehmen als auch für die Gesellschaft und Umwelt.

 

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